Korbflechten ist eine alte Handwerkskunst. In vielen Teilen Europas gibt es zum Glück noch Überlieferungen dieser Techniken. Für Wilderness Survival spielt Korbflechten ebenfalls eine große Rolle. Es gibt zwar auch andere Tragehilfen, aber der gute alte Korb hat doch seine besonderen Vorzüge, wenn es um Stabilität und Formgebung und Gewicht geht. In Korbflechten Kinderleicht können sie eine Technik ausprobieren, bei der sie den Schwierigkeiten des Bodenflechtens aus dem Weg gehen. Hier möchte ich ihnen ein Projekt vorstellen, in dem sie alles aus Weiden flechten, auch den Boden. Und sie werden sehen, dass es gar nicht so schwer ist.
Wie bei vielen anderen Projekten empfehle ich ihnen auch hier, klein zu beginnen. Aller Anfang ist schwer und damit sie nicht gleich am Beginn überfordert sind, fassen sie ihre Ziele lieber kleiner. Sie benötigen für ihren Korb zunächst genügend Flechtmaterial. Korbflechten kann man aus verschiedensten Materialien. Weiden sind das gängigste. Weiden sind besonders elastisch. Sie finden sie an Fluss und Bachufern und können sie dort sogar speziell für ihren Gebrauch züchten.
Je kleiner sie ihren Korb machen, desto dünner sollten die Weiden sein. Jeder Ast hat ein Biegelimit, auch die Weide. Je dünner der Ast, desto kleinere Radien lassen sich biegen. Sie können mit dünnen Weiden sogar Knoten machen, ohne dass das Material bricht. Wenn sie ihr Material frisch beziehen, dann können sie sofort loslegen. Wenn sie trockenes Material verwenden, dann müssen sie die Weiden zunächst in Wasser einweichen, damit sie wieder biegsam werden.
Suchen sie sich nun 8 gleichmäßige Staken mit einem Durchmesser von 2 mm und einer Länge von 50 cm. Aus diesen 8 Staken machen sie das Skelett für ihren Korb. Als Staken bezeichnet man die Träger des Korbes. Der Faden ist das Flechtmaterial in unserem Fall Weidenzweige. Am besten lassen sich die einjährigen Triebe verarbeiten. Nehmen sie nun 4 ihrer Staken und schlitzen sie sie genau in der Mitte auf einer Länge von ca. 5 cm auf.
Nehmen sie nun die übrigen 4 Staken und stecken sie sie durch den Schlitz. Positionieren sie sie so, dass alle Enden gleich lang sind.
Es gibt verschiedene Flechttechniken. Bei manchen benötigen sie eine gerade Stakenanzahl, bei manchen benötigen sie eine ungerade Stakenanzahl. In unserem Projekt verwenden wir die einfachste Art des Flechtens, das Zäunen. Dafür benötigen sie eine ungerade Stakenanzahl. Sie haben zwei Möglichkeiten, eine ungerade Stakenanzahl zu erreichen. Entweder sie zwicken eine Stake in der Mitte ab, oder sie fügen eine halbe Stake hinzu. Ich füge immer eine halbe Stake hinzu. Stecken sie also eine weitere Stake durch den Schlitz. Achten sie darauf, dass das Ende gleich lang ist und zwicken sie die Stake dort ab, wo sie aus dem Schlitz kommt.
Als nächstes benötigen sie einen sehr dünnen Flechtfaden. Er muss einen kleinen Biegeradius vertragen. Sie können für die ersten Runden auch Bast oder eine Schnur verwenden. Das ist für Anfänger einfacher. Schieben sie den Faden in den Schlitz und beginnen sie nun, auf und ab um jeweils vier, bzw. einmal um 5 Staken zu flechten.
Nach zwei Runden beginnen sie die 4 Staken in jeweils zwei, (einmal drei) aufzuteilen. Flechten sie wieder zwei Runden.
Teilen sie jetzt die Staken in ihre Einzelteile auf. Sie flechten jetzt immer einmal oberhalb und einmal unterhalb. Durch die ungerade Stakenzahl sollte der Faden in der nächsten Runde immer automatisch versetzt sein.
Flechten sie nun immer so weiter. Wenn ihr Faden zu Ende ist, legen sie ihn auf der Innenseite des Korbes hinter eine Stake und schneiden sie den Faden ca. 1,5 cm hinter der Stake ab.
Den neuen Faden legen sie genau über den alten. Lassen sie wieder ca. 1,5 cm überstehen. Das ist wichtig, wenn sie frisches Holz verwenden. Das Holz schrumpft beim Trocknen. Wenn sie zu kurz abschneiden, kann es passieren, dass der Faden herausrutscht.
Machen sie so weiter, bis ihr Durchmesser 15 cm erreicht hat. Wichtig ist, dass sie den Flechtfaden immer fest zur Mitte drücken, damit die Abstände zwischen den Fäden möglichst gering sind. Als nächstes beginnen sie die Wände zu flechten. Am einfachsten geht das, indem sie die Enden ihrer Staken zusammenbinden.

Anschließend flechten sie einfach weiter. Nach ein paar Runden können sie die Staken wieder freilassen. Die Staken stehen jetzt senkrecht nach oben. Flechten sie einfach weiter, bis sie die gewünschte Höhe erreicht haben.
Wenn sie eine Höhe von ca. 15 cm erreicht haben, können sie mit dem Abschluss beginnen. Ich möchte ihnen auch beim Abschluss zunächst die einfachste Variante zeigen. Nehmen sie einen Faden und führen sie ihn vor zwei Staken und legen sie den Faden dann hinter der nächsten Stake ab. Also immer vor zwei, hinter eins.
Machen sie so weiter bis zur letzten Stake. Die letzten Staken müssen sie durch die passenden Schlitze hindurch schieben. Kürzen die die Staken jeweils ca. 1,5 cm hinter der Stake an der sie anliegen.
Ihr Korb ist nun fertig. Mit dieser einfachen Technik können sie alle möglichen Körbe herstellen. Ich wünsche ihnen viel Spaß dabei. Wenn sie noch Fragen haben, dann rufen sie einfach an oder schreiben sie mir.
Posted under Korbflechten
This post was written by admin on März 18, 2009










