Die Kunst des Pirschens Teil 2
Außer dem Pirschschritt selbst, gibt es noch ein paar andere Dinge, auf die sie beim Pirschen achten müssen. Der Fuchsschritt wird ihnen in Aktion nur dann dienlich sein, wenn sie sie auch die folgenden Anweisungen mit einschließen. Wenn sie sich an ein Tier heranpirschen, kann es mitunter eine Zeit lang dauern, bis sie so nahe gekommen sind, dass sie das Tier mit bloßer Hand berühren können.
Achten sie beim Pirschen auf ihren Körper. Vermeiden sie jede überflüssige Bewegung. Ihre Arme sollten nicht mitschwingen. Legen sie ihre Hände seitlich an ihre Oberschenkel. Alleine das Nichtmitschwingen der Arme ist sehr gewöhnungsbedürftig.
Achten sie darauf, dass ihr Kopf immer in der selben Höhe bleibt. Sie müssen die Auf- und Abbewegung des Gehens auf Null reduzieren. Stellen sie sich vor, sie hätten ein Tablett auf dem Kopf. Da müssten sie sich auch so fortbewegen, damit sie nichts verschütten.
Bedenken sie immer, dass sie nicht nur pirschen um lautlos zu sein, sondern auch, um nicht gesehen zu werden. Was am leichtesten wahrgenommen wird ist Bewegung. Deshalb vermeiden sie jede überflüssige Bewegung. Verlangsamen sie ihren Schritt. Der Rhythmus der Erde ist nicht unser hektischer Alltagsschritt. Der Rhythmus der Erde ist immer unterschiedlich. Sie müssen lernen, sich diesem Rhythmus anzupassen. Das geht am besten, wenn sie barfüßig sind. Wenn sie nicht barfüßig sind, dann achten sie auf die Geräusche, die sie selbst produzieren. Wenn sie zu laut werden, müssen sie ihr Tempo verringern. Alle Materialien, die sich unter ihren Füßen befinden, benötigen Zeit, um sich an ihren Fuß anzupassen. Geben sie den Materialien die nötige Zeit, in dem sie ihr Tempo entsprechend anpassen. Der langsamste Pirschschritt liegt kaum in ihrer Vorstellungskraft.
Die Ancient Scouts haben sich so langsam fortbewegt, da würde der moderne Mensch schon verzweifeln. Wenn sich zwei solcher Scoutteams in der Wildnis begegneten, bemerkten sie sich schon Kilometer im voraus. Deshalb mussten sie ihr Tempo entsprechend drosseln und bewegten sich nur noch mit einer Geschwindigkeit von 1 Km pro Monat vorwärts. Nur so konnten sie auf alle Nuancen achten, die beim Pirschen und Unsichtbarsein eine Rolle spielten.
Pirschen ist keine rein physische Technik. Was glauben sie, wie schnell sie selbst in der Nacht, oder mit verbundenen Augen von meinen Scoutschülern gefunden werden. Sie sehen mit dem Körper. Sie fühlen sie. Sie können ihre Energie wahrnehmen. Ihre Präsenz verrät sie. Und deshalb müssen sie auch ihre energetische Präsenz abtarnen. Und Spiritcamouflage ist nur eines worauf sie dabei achten müssen. So wird das Scouten zu einem Schachspiel auf den feinsten Ebenen. Deshalb war die Geschwindigkeit so langsam.
Sie glauben mir nicht? Dann probieren sie doch folgendes aus: Suchen sie sich jemanden der sie anpirscht. Am besten sie stellen sich in der Wohnung oder auf einem Gang auf und schließen die Augen. Dann lassen sie die Person auf sie zugehen. So leise wie möglich. Achten sie darauf, ab wann sie die Person spüren. Heben sie ihre Hand wenn es so weit ist. Das ist das Signal für die zweite Person zum Stehen bleiben. Öffnen sie nun ihre Augen und sehen, wo sie sich befindet.
Bei untrainierten Menschen werden sie spätestens die Hand heben, wenn die andere Person ihre kritische Zone betritt. Das ist der Bereich einer Armlänge, rund um ihren Körper.
Um gut zu pirschen, müssen sie beginnen, auf ihren Körper zu vertrauen. Ihr Körper weiß, was er zu tun hat. Wenn sie ihm die Erlaubnis dazu erteilen, werden sie ein Meisterpirscher.
Erfahren sie mehr über die Scouts. Tom Brown beschreibt in seinem Buch: The way of the Scout, eine andere Art zu leben. Diese Art zu leben ist sehr spannend und auch im modernen Lebensstil finden sich genügend Gelegenheiten, seine Scoutfertigkeiten zu leben.